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2015.05.18 - Sportpreis 2014 der Gemeinde Riehen an Adrian und Florian Faber

RZ / Michèle Faller 26.05.2015

 

Sportpreis der Gemeinde Riehen 2014 an Adrian und Florian Faber

 

Brüderlich geteilte Ehre

RZ/Michèle Faller

Dem Brüderpaar Adrian und Florian Faber wurde im Lüschersaal feierlich der Sportpreis der Gemeinde Riehen 2014 überreicht. Sie zeigten sich als zielstrebige, dankbare und humorvolle Athleten.

Es wurde viel geschossen an der Verleihung des Sportpreises der Gemeinde Riehen für das Jahr 2014. Und doch ging es ganz und gar friedlich zu und her.

 

 

Unterstrichen wurde dies durch den musikalischen Einstieg von David Blum und Marcie Jo Collinson, die mit ihrem wunderschönen Gesang und den sanften Gitarrenklängen eine heiter-ruhige Stimmung in den Lüschersaal im Riehener Haus der Vereine zauberten.

 

Das passt zu den durchaus ungefährlich wirkenden Preisträgern, den Brüdern Adrian und Florian Faber, Bogenschützen beim Verein Juventas Basel-Riehen. Auf die Göttin der antiken Mythologie Juventas kam Gemeinderätin Christine Kaufmann in ihrer Begrüssung zu sprechen. Juventas sei die Göttin der Jugend, explizit der männlichen Jugend. Kaufmann würdigte das grosse Engagement der ganzen Familie Faber und stellte mit Anerkennung fest, dass man bei Konzentration, Übung und Kraft, was es zum Bogenschiessen brauche, nicht zuallererst an Teenies denke.

Nach einer weiteren Songeinlage des Gitarrenduos ging es zur Sache. Fynn, der kleine Sohn von Moderator Rolf Spriessler-Brander, erklomm die Bühne, spannte seinen kleinen Pfeilbogen und nach ein paar schelmischen Blicken ins Publikum, während derer man nur Sekundenbruchteile besorgt war, er könne etwas anderes vorhaben, zielte er auf die Scheibe – und traf!

So ähnlich werde es wohl bei den Fabers angefangen haben, sagte Spriessler-Brander, obwohl dort nicht ein im Wald gebastelter Bogen am Anfang stand, sondern der Umstand, dass die Eltern Rita und Dominik erfolgreiche Bogenschützen waren. Beide Schweizermeister bei der Elite, Rita Faber sogar auf internationalem Parkett.

 

 

Zuerst ein Mannschaftssport

Und schon ging es weiter mit der Action. Nun durfte das Publikum der Bogenschützin Olga Fusek, ebenfalls bei Juventas und amtierende Junioren Schweizermeisterin, beim Schiessen zusehen. 
Mit grosser Eleganz schoss sie drei Pfeile ab, alle praktisch ins Zentrum der Zielscheibe.

Aus den Laudationes für das Brüderpaar erfuhr man, dass sie sich zur Freude der Eltern zuerst beim FC Amicitia Riehen dem Mannschaftssport Fussball widmeten. Doch mit elf Jahren wollte sich der heute 20-jährige Adrian, der schon als Dreikäsehoch mit Saugnapfpfeilen auf Zielscheiben schoss, ganz dem Bogenschiessen widmen. Als 14-Jähriger wurde er ins erste nationale Kader aufgenommen, bei den U18. Er holte insgesamt 13 Schweizer Rekorde im Einzel und vier im Team und vertritt die Schweiz an den ersten Olympischen Spielen Europas auf Elite-Stufe, die diesen Sommer in Baku in Aserbaidschan stattfinden.

Auch der drei Jahre jüngere Florian begann früh zu üben. Einmal vor dem Spiegel mit dem Bogen des Bruders. Er zog auf und – liess los. Das brachte ihm noch keine Medaille ein, doch in der Zwischenzeit hat er elf nationale Titel gesammelt und 17 Schweizerrekorde aufgestellt. An den Olympischen Weltjugendspielen in Nanjing in China wurde er Siebter und holte sich damit sein Olympisches Diplom. An den Junioren-Weltmeisterschaften in Yankton in den USA vertritt er diesen Juni die Schweiz.

Grosse Ziele

Bevor sie Urkunde, Blumenstrauss und Kuvert feierlich von Gemeinderätin Kaufmann entgegennahmen, kamen die beiden Preisträger selber zu Wort. Zum Weltcupfinal in Lausanne sagte Adrian Faber: «Es war ein wahnsinniges Erlebnis. Tosender Applaus von 1000 Zuschauern schon vor dem ersten Schuss – das erlebt man sonst nicht!» Er berichtete von seinem Engagement in der deutschen Bundesliga, dem kürzlich begonnenen Medizinstudium und von seiner Stärke: «Ich bin sehr effizient . Mit einer schlechten Technik gut schiessen geht auch! » Sein Ziel : «An den Olympischen Spielen ein bisschen abzuräumen.»

Florian Faber gab zu, dass es manchmal schwierig sei, den eigenen Vater als Trainer zu haben. «Wenn der Vater etwas sagt, ist man manchmal nicht dafür, auch wenn es wahr ist », lautete die treuherzige Erklärung. Zu den beruflichen Zukunftsplänen äusserte der Gymnasiast wie sein Bruder Bedauern darüber, dass es schwierig sei, das Bogenschiessen profimässig zu betreiben – und Geld damit zu verdienen. «Obwohl ich mit der Sportklasse ein sehr gutes Umfeld dafür hätte.» Seine Ziele sind nicht tiefer gesteckt als die des älteren Bruders: «Erreichen möchte ich, was jeder Sportler erreichen will: Ich will der Beste sein!»

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Riehen Zeitung, der Bericht

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